Eintrachtstr.

Eins der größten Übel der Großstadt ist der Lärm, deshalb sollte man sich seine Wohnung auch unter diesem Gesichtspunkt gut aussuchen, denn wenigstens die sollte ja ein Rückzugsgebiet sein. Fatal kann es z.B. sein, wenn man tagsüber eine tolle Wohnung in zentraler Lage zu einem annehmbaren Preis besichtigt – alles ruhig, alles prima – und schon am ersten Abend nach dem Umzug wummern bis tief in die Nacht hinein die Bässe aus der benachbarten Bar. Wenig machen kann man auch, wenn sich plötzlich Bars und Kneipen um einen herum ansiedeln – mögen Freunde und Bekannte auch entzückt sein über die Lebendigkeit der Straße, die Ruhestörung betrunkener Gäste und nächtens gesungener Karnevalslieder kann einem den Schlaf und den letzten Nerv rauben. Straßen-, S-Bahn- und Zugtrassen sind schön, wenn sie in der Nähe sind, da ist man mobil, wenn einem aber die Fahrgäste ins Zimmer schauen können, hat man was falsch gemacht.

0 Gedanken zu “Eintrachtstr.

  1. Oh ja, wie ich das kenne! Mit ein Grund, warum ich nicht mehr in Berlin wohnen will. Da wo es schön ruhig ist, wohnen immer schon die anderen oder es ist so spießig, daß man da nicht wohnen möchte.
    Und irgendwie hat man oft das Gefühl, man sei von Idioten umgeben.
    Schade, daß sie das nicht lesen, sonst würde ich auf diesem Wege mal Urbi und Manu grüßen, die stillsten und nettesten Nachbarn, die ich je hatte. Sie hatten den Balkon direkt neben uns und selbst mit Besuch unterhielten sie sich immer noch ruhig und störten kein bißchen. Leider die einzigen weit und breit, die so waren. (Übrigens Ossis!)
    Wie habe ich zu schlimmsten Großstadtzeiten immer John Lennon in seinem schalldichten Raum beneidet. Da kann man wenigstens in Ruhe ausschlafen.

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  2. Ich habe neulich von einer neuartigen Schallschutzfolie gelesen, die die Schallwellenenergie in Wärmeenergie umwandelt, damit müßte man sein Zimmer tapezieren … und die Fenster? Dreifachverglasung. Kostet alles natürlich ein Heidengeld und hält wohl auch nur die hochfrequenten Töne ab, die tiefen, die über den ganzen Körper gehen und nicht nur ins Ohr, nerven einen weiterhin. Und dann diese Laminatunsitte, wenn der Nachbar über dir das selbst, also nicht fachgerecht, verlegt hat und mit seinen Stiefeln hin und her läuft, fühlst du dich wie im Inneren einer Trommel.

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  3. Ja stimmt, Laminat ist sowieso gepreßter Müll und ganz grauenvoll, aber das ist natürlich dann noch bekloppter.
    Von der Schallfolie hab ich auch gelesen/gehört. Mal sehen, was die Nanotechnik noch so bringt.
    Auch gehört hab ich mal, daß sie einen Flüstermotor erfunden haben, mit denen Autos ganz leise gewesen wären, aber die wollte keiner kaufen. Pervers sag ich nur!
    In Berlin hatte ich mein Wohn/Schlafzimmer an einer 4spurigen Einkaufsstraße, da hab ich immer nur nachts gelüftet, wenn überhaupt. Es gab immer diese Zeit zwischen 3 und 4 Uhr, wo kaum was los war, traumhaft.

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  4. Wieso isses bei dir nicht hellhörig? Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, irgendwas hört man in einer Stadt doch immer.
    Daß du gewisse Dinge über Fremde nicht wissen willst, ist schon klar, aber leider eben unvermeidbar.

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  5. Am Schlimmsten ist immer noch die Kombi: Straßenlärm, am besten noch Fluglärm, dazu dann die Nachbarn.
    Ich war mal bei einem Menschen, der wohnte im Erdgeschoß direkt über der U9 und wenn die U-Bahn kam (alle 2 Minuten zu Hauptverkehrszeiten ) klirrte echt jedes Glas im Schrank. Der hatte sich die Wohnung an einem Sonntag angesehen und gedacht: wunderbar, die nehme ich (ruhiges kleines Haus, die Straße nicht so sonderlich befahren). Böse Falle!

    Übrigens vergißt man das fast, wenn man schon so lange aus der Stadt weg ist, aber immer wenn ich bei irgendwem zu Besuch bin, denke ich: oh shit!

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  6. oh das ist dann wirklich die Krönung, oh oh

    Straßenlärm höre ich hier wirklich wenig und der Fluglärm ist weg (Tempelhof) 🙂 nur die … ggggrrrrrrrrrr reichen

    liebe Grüsse
    ins friedlich ruhige Meckpomm

    Karen

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