Burg Eltz aus dem 12. Jahrhundert ist eine Reise wert. Sie ist eine sogenannte Granerbenburg, das heißt, daß sich die Erben die Burg aufteilen und versuchen, unabhängig voneinander im jeweiligen Teil zu wohnen.
In der Familie Eltz waren es drei Erben, die dann jeweils zur Wohnungsvergrößerung in die Höhe bauen mußten: Hier noch ein Erker, da noch ein Türmchen. Sehr malerisch.
Im Innenhof sieht man die Aufteilung noch besser. Die Wohnungen haben allerdings auch Verbindungstüren, also eine frühe Form von Hausgemeinschaft.
Während der Führung darf man nicht nur heimlich fotografieren, aus der Hüfte geschossen werden die Bilder leider manchmal etwas unscharf.
Hier wurde Kaffee getrunken …
… und hier wieder abgelassen:
Von den 80 Zimmern hat die Hälfte eine eigene Toilette – mit Wasserspülung: Das Regenwasser wurde auf dem Dach aufgefangen und durch Rohre in der Wand zum Klo geleitet, das Abflußrohr geht dann einfach durch die Wand – fertig. Ich nehme nicht an, daß die Familien in der Nähe ihrer Burg spazieren gegangen sind.
Der Rüstungssaal ist der größte Raum – sieht man hier nicht, aber wenn man weiß, daß über alles, was in diesem Raum, eine Art Konferenzraum, gesprochen wurde, Stillschweigen bewahrt werden mußte, sobald man die Türschwelle nach draußen überschritt, paßt die Heimlichkeit des Bildes ganz gut.
Das Küchenpersonal hat’s auch gemütlich.
In der Schatzkammer gibt es viel zu bewundern, z.B. dieser kleine Reisealtar (was unten reinragt ist mein Finger):
Mokkatassen:
Und hier meine Lieblingsfiguren – zwei Engel, die irgendwas halten können, keine 10 cm hoch:
Ah – da ist der Ausgang – tschüß, Burg Eltz – das hat Spaß gemacht!

Granerbenburg – auch noch nie gehört. Find ich witzig, wenn sich jeder Besitzer sein eigenes Türmchen macht und dabei eine gewisse Bauhöhe einhält. In San Gimignano hat man sich mit der Haushöhe übertreffen wollen und daher ist dieses Stadtbild entstanden. Das passt jetzt nicht ganz zur Granerbenburg, aber mir ist es dazu eingefallen.
Du solltest öfters aus der Hüfte schießen, die Bilder sind sehr gelungen. :))
(Der Reisealtar ist lustig! So kann man unterwegs sündigen und gleich wieder sein Fehlverhalten gestehen und ist für neue Schandtaten bereit.)
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Du hättest die ganzen mißlungenen Bilder sehen sollen. Das Toilettenbild ist völlig unscharf, aber inzwischen bin ich ganz begeistert davon, wie weichgezeichnet. Du hast Recht: Man sollte die Kamera öfter einfach so in die Gegend halten und auf den Auslöser drücken.
Die Geschlechtertürme in San Gimignano finde ich auch sehr beeindruckend, nicht nur als Bauwerke, sondern auch als Zeugnisse von überzogener Prunksucht und Neid. 😉
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Und es geht weiter mit dem Neid: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_höchsten_Gebäude_ihrer_Zeit
Das Klobild finde ich auch total schön, weil es hat einen künstlerischen Touch. Andere brechen sich die Finger, dass sie ein scharfes Bild so mit Photoshop hinbekommen und du machst das mit links (oder rechts). 🙂
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Interessanter link – diese merkwürdige Art, allen beweisen zu wollen, daß ihrer aber noch länger ist … also, äh – der Turm. Kein Wunder, daß die Psychoanalyse in USA so erfolgreich ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Emiraties nachziehen. 😉
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? Der Burj Dubai liegt in den Emiraten …. :))
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Mein ich ja: Nicht nachziehen mit dem Bauen, sondern mit der Psychoanalyse. 😉
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.. nicht schlecht, als Landhaus. Kann man schon was mit anfangen…
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hast recht, da wär ich auch nur noch selten in köln :))
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Schön am Kamin sitzen und beim Personal nach Kaffee und Kuchen klingeln. 😉
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Eben, was soll man da auch. Und wenn man Lust auf Gesellschaft hat, lädt man sich ein paar Freunde ein, und der Butler soll im Billard-Zimmer heizen und in der Küche Bescheid geben, daß ich im Herbst Wild bevorzuge. 😉
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… aber mit einem Sahnehäubchen !!!
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