Kaugummiautomat

Kaugummiautomaten sind auf dem Rückzug, sie lohnen sich einfach nicht – Kaugummi kann man meist billiger im Supermarkt oder am Kiosk kaufen. Ich finde es ganz schön, immer mal welche zu sehen, die noch in Betrieb sind, das hat aber rein nostalgische Gründe, denn ich bin kein Kaugummikauer. 10 Pfennig kostete eine Kugel in meiner Kindheit, ein Fünftel meines ersten Taschengeldes und daher eine große Summe. Dementsprechend war so ein Automat eine sichtbare, aber verschlossene verheißungsvolle Schatzkiste, die sich nicht mit 5-Pfennig-Stücke überlisten ließ (ich gestehe: Ich habe es versucht).
Der erste Kaugummiautomat mit Kaugummikugeln wurde 1907 in New York aufgestellt, in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg im Zuge der Amerikanisierung unserer Kultur.

20 Gedanken zu “Kaugummiautomat

  1. Stimmt. Heute kostet es 20 Cent, also vier mal so viel, dafür bekommt man „Center Shock“, das soll echt übel sein, habe ich mir sagen lassen – so sauer, daß sich einem alles zusammenzieht. Kinder lieben sowas. 😉

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  2. Es gab die normalen, die man auch als Kind bewältigen konnte UND es gab auch noch welche, die aussahen wie Golfbälle. Einmal hatte ich so ein Teil im Mund, da hatte ich echt meine Not mit.
    Lecker fand ich auch die kandierten Erdnüsse, die’s in manchen Automaten gab.

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  3. Mmmm – kandierte Erdnüsse, lecker! Immer eine ganze Hand voll für 10 Pfennig. Manchmal konnte man solche Automaten noch in Kneipen oder Cafés sehen, aber das ist bei mir auch schon wieder Jahre her.

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  4. Und hat sie sich gefreut? Oder wolltet ihr sie damit ärgern?
    Ich war immer total scharf auf so ein kleines Taschenmesser (oder besser: die Nachbildung eines Taschenmessers), das man von außen in dem Glas zwischen all den Kugeln sehen konnte, es war vielleicht 2 cm groß. Ich war überglücklich, als schließlich mal eins rausfiel – aber es war ein Flop, alles aus Plastik und schnitt überhaupt nicht. Eine frühe Lektion: Manchmal ist das Begehren besser als die Erfüllung des Begehrens 😉

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  5. Sehr schön – ich muß mir doch ein kleines Büchlein anschaffen, sonst vergeß ich das möglicherweise (das mit dem Parkkärtchen kriege ich gerade noch zusammen … wie hieß nochmal der Kolonialwarenhändler, der in Wirklichkeit ein Puff war? Basenatratsch – kein Problem. Was war noch? 😉

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  6. Meine Mama hat es nicht gern gesehen, wenn ich von dort Kaugummis haben wollte, weil sie immer meinte, dass dort die besoffenen Kneipengänger gegenpinkeln und die Leckereien dadurch völlig ungenießbar seien. Oft hingen die Automaten ja eher in Kinderhöhe. Wenn meine Mutter jedoch nicht dabei war, habe ich mich stets an diesen Automaten bedient. Schon allein, weil ich immer scharf auf die Ringe und Spielzeuge war, die MC Mannheim schon erwähnte.

    Ab und zu sehe ich hier auch noch diese Automaten hängen und freue mich. Irgendwie gehören sie einfach zum Bild einer Stadt dazu. Mir fehlen schon längst die gelben Telefonzellen, obwohl wir sogar noch ein paar haben. Ok, die sind jetzt pink und nicht mehr gelb 😉 Immerhin besitze ich noch eine Glasscheibe von einem der neueren gelben Zellen, die ich häufig schon als Leuchttisch missbraucht habe 🙂

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  7. Stimmt – jetzt, wo Du es sagst: Telefonzellen, also richtige Zellen, wo man hineingehen und die Tür hinter sich zumachen kann, gibt’s die überhaupt noch? Muß ich mal drauf achten und wenn ich eine finde, unbedingt fotographieren. In 20 Jahren veröffentliche ich dann ein Buch in Deinem Verlag: Dinge, die einem früher total egal waren, deren Fehlen aber man dann mit Bedauern zur Kenntnis nimmt. Alltagskultur besteht aus viel mehr Kleinigkeiten, als einem immer klar ist.
    Und wo hast Du die Scheibe her? Die lag da so herrenlos herum, und Du dachtest, bevor sie jemand kaputt macht …? 😉

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