Manche Menschen verbinden mit der Aufforderung, zu warten, den Beweis der persönlichen Benachteiligung durch das Schicksal oder durch Gottes Fügung: Wann immer Zeit ungenutzt verstreicht, trifft es gerade und besonders sie, die tatenlos der Willkür anderer Mächte in Form von unpünktlichen Zügen oder unverläßlichen Mitmenschen oder roten Ampeln ausgesetzt sind. Man kann es aber natürlich auch anders sehen: Da man an der Wartezeit eh nichts ändern kann, ist es sinnlos, sich über sie zu ärgern, im Gegenteil, man sollte sie als geschenkte Aus-Zeit betrachten: Endlich ein Moment der Ruhe, eine gezwungene, aber dennoch vorhandene Gelegenheit zur inneren Einkehr, mal nicht jederzeit reden und zuhören, immer auf dem Sprung – was passiert jetzt, und dann und dann … Wartezeit ist süßer Moment des Nichtstuns, manchmal so entspannend, daß wir vergessen, weiterzufahren, obwohl die Ampel schon längst auf Grün gesprungen ist, daß es fast stört, wenn der erwartete Freund entschuldigungsreich doch noch eintrifft.
Die eine Ampel aber, die, die da jeden Morgen verhindert, daß ich rechtzeitig zur Arbeit komme, wenn ich da immer, wenn ich vor ihr gewartet habe, in einem Buch gelesen hätte, dann hätte ich „Krieg und Frieden“ schon zehn mal lesen können!
Das heißt, du gehst da immer über Rot drüber? 😉
Ist es nun Holland oder Schweden gewesen, wo sie die Ampelmännchen auch zu Ampelweibchen machen wollen? Ich schau einmal, ob ich bei Google was finde.
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So, Du glaubst also, von einem Ampelweibchen wäre ich gar nicht mehr wegzukriegen? 😉
Ich habe dazu bei Wikipedia was gefunden.
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Ja, das habe ich auch gelesen. Mittlerweile weiß ich, es ist Schweden.
http://www.baz.ch/news/ticker.cfm?keyID=6BF9B4A6-7C45-4B8B-AAC0F6F27F40F7A6&startpage=8&ObjectID=9FFF5537-1422-0CEF-70F31696B981C7DE
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