Neumarkt-Passage

Dies ist ein Teil der Neumarkt-Passage – ich wage es kaum, diese Bezeichnung zu übernehmen, denn mit den Passagen alten Stils hat sie nicht das Geringste zu tun. Waren die alten Passagen Londoner oder Pariser Art geheimnisvolle, auch düstere Orte mit kleinen und zum Teil obskuren Geschäften, die die Phantasie anregten, ist diese hell, kalt, glänzend, aseptisch. Auf dem Boden könnten Chirurgen ihren Geschäften nachgehen. Die den Gebäudekomplex beherrschenden Kaufhäuser zeigen auch nach innen ihre riesigen Schaufenster, in denen Massenmode ausgestellt wird. An allen Ecken findet man Cafés, die entweder an Bäckereiketten angeschlossen oder Teil einer „internationalen“ Gastronomie sind (bzw. was man darunter versteht).
Sollte man jemals die Alltagspathologie des angehenden 21. Jahrhundert untersuchen, solle man diese Kathedralen des Konsums nicht vergessen, sie geben ein besonders gutes Beispiel.

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