Jülicher Str.

Ja – was ist DAS denn? Hat der Polier sein Senkblei verloren? Waren die Maurer betrunken? Die scheinbar natürliche Reaktion auf solch eine Architektur ist vermutlich die, das sie einem nicht gefällt – und ich sage mit Bedacht „scheinbar natürliche“ Reaktion. Denn unser Verständnis von ‚angemessenen‘ Gebäuden ist kulturell geprägt und basiert auf einfachen geometrischen Figuren, die hier so ineinander verschachtelt sind, daß uns die Ansicht irritiert oder gar abstößt. So steht diese dekonstruktivistische Architektur nicht nur für sich, sondern hilft dabei, eigene Wahrnehmungsgewohnheiten zu dekonstruieren, d.h. die Wahrnehmungen in ihrer Gesamtheit zu hinterfragen.

Ob dies ein gelungenes Werk dekonstruktivistischer Architektur ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Im Gebäude befindet sich das Hotel Chelsea, das u.a. dadurch bekannt ist, daß Künstler seit Mitte der 80er Jahre Kost und Logis im Tausch gegen Kunstwerke erhalten, die dann in den Räumen ausgestellt werden. Im Erdgeschoß befindet sich das Café Central, das einfache Speisen nach meinen Erfahrungen lieblos, uninspiriert und für zu viel Geld anbietet.

2 Gedanken zu “Jülicher Str.

  1. Sieht aus, als ob gleich alles über einem zusammenkracht, vermutlich stößt einen das so ab. Da ist ein Hundertwasser-Haus schon schöner, die sind ebenso „unregelmäßig“, aber eben auch gefälliger.
    Gruß, Lemming

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  2. Ja, gefällig, bunt, kindlich/kindisch. Böse Zungen zitieren ihn gern mit seinem Auspruch: „Ohne Kitsch ist das Leben ärmer.“, aber was heißt das schon, ‚Kitsch‘ ist auch nur eine Konvention.
    Hundertwasser dekonstruiert auch, auch wenn man ihn nicht zu den klassischen dekonstruktivistischen Architekten zählen würde.

    Viele Grüße

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