Am Südfriedhof

Schon als Kind haben mich diese Säulen fasziniert: Man drückt den Hebel, redet irgendeinen Quatsch hinein und läuft dann schnell weg. Ja ja – ich weiß: Wie blöd muß man eigentlich sein … etc.! Kinder, macht das nicht, nur in einem wirklichen Notfalls dürft ihr das benutzen! Aber an das Gefühl der Versuchung kann ich mich noch sehr gut erinnern.

Gottesweg

Friede

Die Bäume lauschen dem Regenbogen,
Tauquelle grünt in junge Stille,
Drei Lämmer weiden ihre Weiße,
Sanftbach schlürft Mädchen in sein Bad.

Rotsonne rollt sich abendnieder,
Flaumwolken ihr Traumfeuer sterben.
Dunkel über Flut und Flur.

Frosch-Wanderer springt großen Auges,
Die graue Wiese hüpft leis mit.
Im tiefen Brunnen klingen meine Sterne.
Der Heimwehwind weht gute Nacht.

Albert Ehrenstein
(1886 – 1950)

Oberer Komarweg

Speziell hier ist Schutt abladen verboten, befiehlt der Oberstadtdirektor – schön, daß es wenigstens eine Stelle in der Stadt gibt, wo man sich Schutt-los aufhalten kann. Und damit auch jeder weiß, worum es geht: Hier nicht parken! Allerdings sollte man das Schild mal erneuern, die Schildaufsteller verstoßen sonst gegen das Verbot ihres eigenen Dienstherren.

Südfriedhof

… gestern aufgenommen. Wenn der Karneval bis ins Grab eine wichtige Rolle spielt, muß er mehr sein, als die bloß nervtötende Volksbelustigung, als die ich ihn empfinde. Um Karneval zu verstehen, muß man wahrscheinlich hier geboren und aufgewachsen sein.