Natürlich gibt es auch in der Großstadt Einwohner, die einen Garten haben, aber je näher es in die Innenstadt geht, desto weniger werden es. Entsprechend überfüllt sind die öffentlichen Grünanlagen, sobald sich die Sonne blicken läßt, aber meistens vertragen sich die Leute. Natürlich gibt es immer mal welche, die sich benehmen, als seien sie allein auf der Welt: Laute Musik auch für die Nachbarn, ohne die zu fragen, Fußballspielen mit voller Kraft – Pech, wenn man zufällig im Strafraum sitzt. In der Regel schnappt man sich seine Decke und zieht ein paar Meter weiter – Idioten sind meist unbelehrbar.
Schlagwort: Neustadt Süd
Mozartstr.
Das sind sogenannte Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig – man soll nicht im Wortsinn darüber stolpern, sondern sich daran erinnern, daß in dem Haus, vor dem sie im Boden eingelassen sind, einst Opfer und Verfolgte des Naziregimes gelebt haben. Die ersten Stolpersteine wurden in Köln ohne Genehmigung verlegt, nach einigen Streitereien einigte man sich aber, inzwischen gibt es über 1500. Die Aktion wurde auf andere Städte ausgedehnt, ca. 13000 Stolpersteine sind in 280 Städten und Gemeinden zu finden. Die Messinplatten, in die jeweils ein Name eingraviert wird, sind 10 x 10 cm groß und werden durch Spenden finanziert, ein Stein kostet 95 Euro. (Quelle: Wikipedia)
Am Aachener Weiher
Der Schwan brütet, wo er will und nicht, wo er soll – auf einem öffentlichen Durchgang anstatt irgendwo im Gebüsch. Gut, daß er sich nicht die vierspurige Straße in der Nähe ausgesucht hat, ob man die auch abgesperrt hätte …
Mal eine blasphemische Frage: Kann man Schwäne eigentlich auch essen? Ist vielleicht ein Spiegelei vom Schwan eine Delikatesse?
Biergärten
Wie hier im zentral gelegenen Stadtgarten hat die Biergartensaison gestern überall in der Stadt angefangen – der Kaffee ist auch sehr gut, wie ich feststellen durfte.
Später dann am Aachener Weiher war der Ansturm so groß, daß der Gastronomie die Speisen ausgingen – flüssiges „Brot“, wie die Mönche einst sagten, gab es aber noch zur Genüge.
Auf dem Rathenau-Platz werden die Stühle angekettet, sobald die Sonne fort ist – zu Recht, sie könnten sonst das Weite suchen vor lauter Kälte. Der Schal wird besser noch nicht in den Schrank gehängt.
Oper, alt, Rudolfplatz
Dieses Bild der alten Oper habe ich 1902 aufgenommen (bei Wikipedia wird es als ‚gemeinfrei‘ bezeichnet), analog und in sepia, Farbfotografie gab es ja erst später. Die Bilder unten zeigen, was heute an der Stelle steht, das erste ist aus der selben Blickrichtung aufgenommen. Sie zeigen ein Hotel auf dem Rudolfplatz, lange Zeit gehörte es ‚Holiday Inn – Crown Plaza‘, seit kurzem beheimatet das Gebäude ‚Barceló Cologne Hotel‘. Die stark beschädigte alte Oper wurde 1958 abgerissen.
Zülpicher Platz
Immer wieder staune ich über das, was man hier sehen kann, sie stammt noch aus dem 2. Weltkrieg und ist selbst in zentraler Lage relativ oft anzutreffen: Die Baulücke. Der Zülpicher Platz ist sehr zentral gelegen und bildet den Eingang zum Studentenviertel, Wohnraum ist begehrt und die Mieten ordentlich. Um so erstaunlicher ist es, daß die Lücke nicht geschlossen wird. Nehring ist ein Imbiß, den es schon ewig gibt. Er hat die besten gegrillten Hähnchen der Stadt und auch in der Woche bis 3.00 Uhr morgens geöffnet.
Zülpicher Platz
Diese Fahrräder der Deutschen Bahn stehen überall in der Stadt herum, wenn man eins braucht, kann man es sich schnappen und fahren, wohin man will. Paradiesische Zustände? Von wegen – die Bahn ist ein profitorientierter Betrieb. Man muß sich einmalig per Internet registrieren lassen. Wenn man dann ein Rad braucht, ruft man die Nummer an, die auf dem Rahmen steht und bekommt einen Freischaltcode mitgeteilt, den man auf einem am Rad angebrachten Display eingibt. Wenn man nicht mehr fahren will, schließt man ab, und das Display teilt einem wiederum einen Code mit, den man telefonisch an die Station weitergeben muß. Die Benutzung kostet 8 Cent pro Minute, aber nicht mehr als 9 Euro am Tag, eine Woche 60 Euro. Ein paar kleine Regeln muß man natürlich noch beachten, sonst entstehen Mehrkosten, z.B. muß man das Rad immer im Bereich einer Kreuzung abstellen, die innerhalb eines bestimmten Kernbereichs liegt.
Vorgebirgsstr.
Hm – was soll man dazu sagen? Wenn ich Kölns Fremdenverkehrsdezernent wäre, würde ich wahrscheinlich fragen, welcher Idiot dafür verantwortlich ist, die Plakate ohne Rücksicht auf die Umgebung aufzuhängen. Als Antwort würde ich wahrscheinlich bekommen, dieser Platz sei halt auch sehr gut zum … ääh … zum … also, für die Hunde, z.B., Auslauf und so, kennt man doch. Und wenn man will, kann man sogar selbst darauf hin- und herlaufen. Donnerwetter! – was für ein Platz.
