Moltkestr., Ecke Jülicher Str.

Man kann sagen über die Einrichtungs-Mode der 70er Jahre, was man will, immerhin hatte sie Charakter. Orange und Brauntöne, viel Plastik und Furnier sollte sich abgrenzen von der Miefigkeit der 60er Jahre. Allerdings sollte man sich auch nicht täuschen lassen durch die heutigen Retroläden, die den Eindruck vermitteln, damals hätten alle so etwas gehabt: In den WG-Kreisen, in denen ich verkehrte, galt sowas wie auf dem Bild als fabrikneuer Schrott, man stellte sich lieber Omas alten Küchenschrank in die Wohnküche, zweiteilig, oben mit Glasscheiben in den Schranktürchen. Der war zwar ein Monstrum in seinen Ausmaßen, wurde aber liebevoll abgeschliffen und neu angemalt. Die Klamotten verstaute man in selbstgebastelten Regalen, und Designer-Lampen, wie sie oben zu sehen sind, wären höchster Ausdruck verabscheuungswürdiger Spießigkeit gewesen.

Händelstr.

Ich hatte keine Ahnung von „Emily the Strange“, bis mir der kleine Laden mit den „Emily“-Produkten aufgefallen ist. Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe, aber ich bin aufmerksam geworden – Ziel erreicht, jetzt müßte ich nur noch kaufen, habe aber keine Verwendung für Mädchenklamotten. Die 13-jährige Emily ist eine Comicfigur, zu Anfang allerdings ohne Comic, man hat zuerst Merchandising-Produkte, also T-Shirts, Kalender etc., mit ihrem Motiv entwickelt, die Comics folgten später. Wer sich mehr für diese stilisierte Nonkonformisten-Figur interessiert, kann bei Wikipedia nachlesen.

Volksgarten

Der Volksgarten macht seinem Namen alle Ehre: Viel Volk, das es sich hier gut gehen läßt. Man kann auch einfach nur mal so durchfahren und schauen, ob man jemanden kennt.

Oder – rechts im Bild – mit den Schwänen um die Wette Tretboot fahren (also – äh … die fahren natürlich nicht Tretboot).
Kindergeburtstag ist im Freien relaxter, Grill und ein kleines Fäßchen Bier dabei, da kann nichts schief gehen.

Synagoge

Jüdisches Leben gibt es in der Stadt schon, seitdem sie besteht. Diese Synagoge wurde Ende des 19. Jahrhundert gebaut, am 9. November 1938 verwüstet und nach dem 2. Weltkrieg weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut.

Schokoladenmuseum

In direkter Nachbarschaft zum Sportmuseum (s. gestern) befindet sich das Schokoladenmuseum.

Durch die hohe Besucherzahl trägt es sich selbst: Es ist das meistbesuchte Museum der Stadt und bundesweit unter den Top-Ten (Quelle: Wikipedia), der Eintritt kostet 6,50. Kurz nachdem es 1993 geöffnet wurde, war ich mal da, und soweit ich mich erinnere, lohnt der Besuch nicht: Jede Menge großformatige Fotos, eine miniaturisierte Produktionsstraße und ein Schokoladenspringbrunnen – blöd.

Im Gewächshaus wachsen – na, was wohl? Schokoladentafeln? Marzipanbrote? Falsch, das gibt’s woanders: Im Eingangsbereich ist ein Schokoladengeschäft, das man auch ohne Eintritt betreten kann – sehr verführerisch.

Das Gebäude, die Verbindung von Alt und Neu, finde ich sehr gut gelungen. Von der frei zugänglichen Terrasse hat man einen schönen Rundblick auf den Rhein.

Sportmuseum

In einer ehemaligen zweistöckigen Zollhalle aus dem 19. Jahrhundert im Rheinauhafen ist seit ein paar Jahren das „Deutsche Sport und Olympia Museum“ untergebracht. Nach eigener Aussage wird neben den Wechselausstellungen dem Besucher mit der ständigen Ausstellung 2500 Jahre Sport nahegebracht – da mich kaum etwas weniger interessiert als Sport, scheue ich die Ausgabe von 5 Euro Eintritt, um zu überprüfen, ob das auch stimmt.
Auf dem Flachdach sind ein Tennisplatz und ein 18×40 Meter großer Fußballplatz (sic!) angelegt … Sachen gibt’s!

Roonstr.

Das Atelier-Theater, in den 80ern von Kalle Pohl gegründet, wird inzwischen von der Kabarettistin Rosa K. Wirtz geführt. Das Theater ist klein und gemütlich, es treten fast täglich nur Kabarettisten und Comedians auf. Im Sommer gibt es im angegliederten Café die Reihe „Gratis – aber nicht umsonst“, bei freiem Eintritt kann man sich junge Nachwuchskünstler anschauen und -hören. Eine gute Sache, ich hoffe, ich schaffe es dieses Jahr endlich, auch mal hinzugehen.

Händelstr.

Nanu – ein neues asiatisches Viertel geplant? Warum auch nicht? – die Deutschen sterben aus, also sollten uns Gäste aus anderen Ländern willkommen sein, die bei uns arbeiten wollen. Daß die dann auch ihre eigene Kultur mitbringen, ist klar – und gut so, nur so kann sich eine Gesellschaft weiterentwickeln.

Aber bislang ist das Viertel nur in einem überdimensionalen Schuh, keine Ahnung, was uns die Werbeleute damit sagen wollen.

Rathenauplatz

Der Rathenauplatz ist ein 28.000 m² großer rechteckiger Park im Studentenviertel. An beiden Stirnseiten hat er große Kinderspielplätze, auf den breiteren Wegen spielen die Erwachsenen Boule, beobachtet von philosophierenden Pennern, die bei warmem Wetter ein paar Bänke besetzen und selbstzufrieden ihr Flaschenbier schlürfen.
Der Biergarten wird von der Bügergemeinschaft Rathenauplatz e.V. betreut, das Öko-Bier ist nicht billig, aber lecker, ebenso wie der selbstgemachte Kartoffelsalat mit Bockwurst. Im Sommer spielen hier Sonntagnachmittags manchmal Jazzcombos. Bei richtiger Sommerhitze, in der es kein Mensch mehr in seiner Wohnung aushält, ist der Park allerdings meist völlig überfüllt, so daß es keinen Spaß macht, sich in dieser Freibadatmosphäre aufzuhalten.
Wenn man Freunde mit Kindern hat, ist dieser Platz optimal: Die kleinen Nervensägen sind ganz scharf auf die Spielplätze, und man selbst kann sich geruhsam bei einem frisch gezapftem Bier oder einem Milchkaffee unterhalten.

Zülpicher Str.

Sollte einen, weil die heimische Mannschaft in der 1. Liga so schlecht spielt wie in der 2. Liga gut (also ohne jede Verbesserung), der Herzkasper für immer umhauen, kann man hier angemessen Vorsorge treffen. Sit tibi terra levis.