Urlaub in Berlin (3)

Im „C/O Berlin“ in der Oranienburger Str. habe ich eine sehenswerte Ausstellung besucht: „Annie Leibovitz . A Photographer’s Life . 1990 – 2005“. Die Fotografin Annie Leibovitz arbeitete für die Rockzeitschrift „Rolling Stone“ seit ihrer Gründung, wurde dann Cheffotografin der Zeitschrift „Vanity Fair“, ebenfalls schon bei der Gründung.

Es gibt wohl kaum einen Prominenten, den sie nicht abgelichtet hat, sie hat einen so guten Ruf, daß allein ihr Name sämtliche Türen öffnet, auch die vom Weißen Haus.

Da die Ausstellung einen Teil ihres Lebens darstellen soll, hat man kleine Fotos wie auf einer Pinwand nach Jahren aneinandergereiht, einige findet man dann vergrößert und gerahmt in der Ausstellung.

Auch das Gebäude ist interessant: Es ist das ehemalige kaiserliche Postfuhramt, klassizistische Architektur des 19. Jahrhunderts. Da es unter Denkmalschutz steht, hat man aus der Not eine Tugend gemacht: Die Wände sind nicht neu gestrichen, man hat nichts geglättet oder verschönt, die Farbe blättert an einigen Stellen ab, und die Türen scheinen auch noch die allerersten zu sein. Sehr charmant.

Natürlich sind auch die Räume so geblieben, wie sie waren, nach einem engen Durchgang steht man plötzlich mit offenem Mund in einer riesigen Halle.

Und Humor hat man hier auch – oder ist das ganz normaler Berliner Pragmatismus?

Urlaub in Berlin (2)

Manchmal kann man bei Vollmond die einzelnen Mondkrater nicht richtig erkennen, also besorgt man sich eine Zweimeterleiter, steigt bis zu Spitze, schon ist man etwas näher dran. So ähnlich verhält es sich mit diesem Ausguck am Potzdamer Platz, denn was man dort oben sieht ist das:

Die Fassade des Hauses rechts ist übrigens nur auf eine Plane gemalt, ich weiß nicht genau, ob das so bleiben soll – ich habe mich aber vergewissert, daß sich dahinter ein echtes Haus befindet.

Die dreistöckige Einkaufspassage in der Neubebauung des Potsdamer Platzes unterschiedet sich kaum von anderen „Einkaufsparadiesen“, alle möglichen Ketten sind hier vertreten.

Anders das Sony-Haus – architektonisch sehr reizvoll, eröffnet es immer neue Perspektiven.

50 Kilometer 500 Meter weiter – aber bei Regen und Kälte leider geschlossen:

Das folgende Haus ist auch ganz neu – die Baufirma hat damit geworben, daß man sein Auto mit dem Aufzug zu seiner Etage mitnehmen und neben seinem Schlafzimmer parken kann, kein Scherz.

Das Haus steht nicht etwa in einem der dringend sanierungsbedürftigen Viertel, sonder mitten in – Kreuzberg! – ein Hoch auf die Gentrifizierung. Da die Anwohner langsam die Nase voll haben, daß ihnen ihr Viertel kaputt gemacht wird, wacht jede Nacht Wachpersonal in dem kleinen Container, um zu verhindern, daß auch weiterhin Farbbeutel an die Fassaden geworfen werden.

Urlaub in Berlin (1)

Da flüchte ich vor dem Karneval nach Berlin – und dann sowas, mitten auf dem Kudamm. Glücklicherweise war das eher eine angenehm traurige, sehr überschaubare Veranstaltung, daran sollten die Kölner sich ein Beispiel nehmen, statt sich in Massenschlägereien verwickeln zu lassen.

In den nächsten Tagen erzähle ich ein bißchen von meinem Berlin-Besuch, in der nächsten Woche geht’s dann weiter mit Köln-Bildern.

PS: Das Video kann man sich relativ kontaminationsfrei anhören, die Karnevalsschlagerstrahlung ist nur ganz gering.

Kurztrip nach Berlin, 6. Tag

In „Billy Wilder’s Cocktailbar“ beim Filmmuseum am Potsdamer Platz kostet der Milchkaffee 3,60 Euro, dafür kann es sein, daß man auch eine Woche vor den Berliner Filmtagen auf internationale Stars trifft – was heißt schon ‚trifft‘, man sieht sie, und ob das den Preisunterschied rechtfertigt, ist fraglich, denn was hat man schon davon? Aber man fühlt sich trotzdem wohl hier, und ein Manko neueren Datums trifft man leider in ganz Berlin an (von ein paar Kreuzberger Kneipen abgesehen):

Kurztrip nach Berlin, 5. Tag

Am Checkpoint Charlie und an den Brücken um den Alexanderplatz stehen die fliegenden Händler in der Kälte und bieten „russische“ Fellmützen oder „original“ Bruchstücke der Berliner Mauer an – und jeweils zwei Gasmasken, für die sich kein Mensch zu interessieren scheint. Immer zwei, ich habe keinen Schimmer, an was die erinnern sollen … vielleicht, wenn ein amerikanischer Kriegsveteran zu Besuch kommt, dem sowas noch in seiner Sammlung fehlt? Jedenfalls stehen sie erbarmungswürdig einsam in der Gegend herum, allein aus Mitleid bin ich versucht, mich nach dem Preis zu erkundigen …

Kurztrip nach Berlin, 3. Tag

„…dann hat sie mir die Rose auf den Hintern tätowiert.“ singen diese drei Herren. Wie man sieht, sind die Berliner begeistert, nur das Schunkeln muß noch geübt werden. Wer noch nicht gemerkt hat, daß der Rosenmontag in Berlin auf den Sonntag verlegt wurde, kann sich vor Ort mit den nötigen Utensilien eindecken:

Karnevalsartikel gibt’s hier – Heijo!! (Heijo steht übrigens für Heiterkeit und Jokus – wirklich war!)

Kurztrip nach Berlin, 1. Tag

Auf auf, nach Berlin, die Verrückten können alleine feiern und brauchen mich nicht.
Dieses 30 m hohe Kunstwerk ist von Jonathan Borofsky, heißt „Molecule Man“ und ist von 1997. Es ist eigentlich dreiteilig, vom dritten Teil sieht man hier nur die ‚Dünnseite‘.
Hier gibt es folgende Informationen: „Liebevoll „Dreikäsehoch“ genannt. Die Skulptur symbolisiert die Wiedervereinigung von Berlin bzw. Deutschland und steht genau am Schnittpunkt der Stadtteile Kreuzberg, Treptow und Friedrichshain. Sie ist Teil der Kunstsammlung der „Allianz“ vor und in den „Treptowers“. Eine kleineres, nur 30 Fuß hohes Exemplar der Skulptur aus dem Jahr 1991 steht vor dem Civic Center in Los Angeles.“