Im „C/O Berlin“ in der Oranienburger Str. habe ich eine sehenswerte Ausstellung besucht: „Annie Leibovitz . A Photographers Life . 1990 – 2005“. Die Fotografin Annie Leibovitz arbeitete für die Rockzeitschrift „Rolling Stone“ seit ihrer Gründung, wurde dann Cheffotografin der Zeitschrift „Vanity Fair“, ebenfalls schon bei der Gründung.
Es gibt wohl kaum einen Prominenten, den sie nicht abgelichtet hat, sie hat einen so guten Ruf, daß allein ihr Name sämtliche Türen öffnet, auch die vom Weißen Haus.
Da die Ausstellung einen Teil ihres Lebens darstellen soll, hat man kleine Fotos wie auf einer Pinwand nach Jahren aneinandergereiht, einige findet man dann vergrößert und gerahmt in der Ausstellung.
Auch das Gebäude ist interessant: Es ist das ehemalige kaiserliche Postfuhramt, klassizistische Architektur des 19. Jahrhunderts. Da es unter Denkmalschutz steht, hat man aus der Not eine Tugend gemacht: Die Wände sind nicht neu gestrichen, man hat nichts geglättet oder verschönt, die Farbe blättert an einigen Stellen ab, und die Türen scheinen auch noch die allerersten zu sein. Sehr charmant.
Natürlich sind auch die Räume so geblieben, wie sie waren, nach einem engen Durchgang steht man plötzlich mit offenem Mund in einer riesigen Halle.
Und Humor hat man hier auch – oder ist das ganz normaler Berliner Pragmatismus?
