Domhotel, Roncalliplatz

Das ursprüngliche Domhotel direkt unterhalb des Doms wurde 1893 von dem damals sehr einflußreichen Architekten Heinrich Joseph Kayser fertig gestellt, dann im 2. Weltkrieg so gut wie völlig zerstört (wie übrigens 90% der Innenstadt) und hinterher weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut. Wie man aber sofort bemerkt, fehlt das für solche Gebäude typisch gewölbte Dach, schade eigentlich, es wirkt dadurch in meinen Augen unfertig und unproportional. Die Preise gehen hier für ein Doppelzimmer pro Nacht ab 290,- Euro los, da können die reichen Säcke schön unter sich bleiben. Will man ein Zimmer mit Blick auf Dom und Roncalliplatz, kann man gern nochmal 100,- Euro drauflegen.

Der Roncalliplatz hat übrigens mit dem gleichnamigem Zirkus nichts zu tun. Er wurde benannt nach dem Papst Johannes XXIII. (1881 – 1963), der mit bürgerlichem Namen Angelo Giuseppe Roncalli hieß und irgenwann mal in Köln zu Besuch war.

Ende der Hohenzollernbrücke

Dieses Blog fängt an, mich zu langweilen. Was tun? Einstellen, aufhören? Ach nee, dazu macht’s doch zuviel Spaß. Ich verändere einfach ein bißchen: Wenn mir der Sinn danach steht, texte ich zum Bild und fange gestern damit an.



Dieser Wellenreiter auf dem Weg in die Sonne ist ein Reiterstandbild von Louis Tuaillon (1910) und stellt den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. dar. Das Standbild steht auf einem hohen Sockel am Ende der Hohenzollernbrücke – das paßt, Wilhelm II. enstammt schließlich dem Geschlecht der Hohenzollern – und kurz bevor es auf den Heinrich-Böll-Platz geht – das paßt nicht, als Böll aus dem 2. Weltkrieg zurück kam war er Pazifist. Im Gegensatz dazu hat unser Kaiser aufgerüstet, wo es nur ging, am „deutschen Wesen“ sollte schließlich die Welt genesen, und so führte er uns auch konsequent in die Gräuel des 1. Weltkriegs.

Kleine Petitesse am Rande: Wilhelmshaven und Bremerhaven werden im Umterschied zu jedem anderen Hafen deshalb mit „v“ geschrieben, weil der Kaiser es nicht besser wußte, und von seinen Lakaien hatte keiner die Traute, ihn darauf hinzuweisen. So blieb es also bei dieser Schreibweise …

Back in town; Hyatt-Fassade, Deutz

Dieses Gebäude gehört wohl zu den meistfotografierten Europas. Und es ist auch faszinierend – und beängstigend zugleich. Den Touristen, die sich dafür interessieren, wird erzählt, daß es mit 157 m die dritthöchste Kirche der Welt ist, die Treppen im Südturm soundsoviele Stufen und die Baugeschichte von 1248 bis  1880 gedauert hat. Die beängstigende Wirkung hat sich bei mir schon bei der ersten „Gegenüberstellung“ eingestellt, und zwar besonders bei einer Nähe zwischen 200 und 2 Metern: Mächtig, gigantisch, schwarz, die filigranen gotischen Stützbögen erzeugen Assoziationen von gefletschten Zähnen reißender Monstertiere, die wuchtige Schwere droht einen zu erdrücken. Von Ferne aber, oder wie hier verspielt verzerrt gespiegelt, oder aber auch im Detail ist es eins der faszinierendsten Bauwerke, das ich kenne. Deswegen, auch wenn ’s langweilt, taucht es hier im Blog sicher noch das ein oder andere Mal auf.