Gereonswall

Böse Leute behaupten, das sei ein Jugendfoto des deutschen Torhüters, der wäre so unbeliebt gewesen, daß keiner freiwillig auf sein Tor schießen wollte, lieber schossen die gegnerischen Spieler aufs eigene Tor. Folglich blieb er immer torlos, und dieser vermeintliche „Erfolg“ sei den Verantwortlichen zu Ohren gekommen, die die Hintergründe nicht kannten und daher so begeistert gewesen seien, daß sie ihn zum Nationaltorhüter machten. Sehr böse Leute.

Köln-Arena

Die vor zehn Jahren errichtete Köln-Arena heißt seit dem 1.06.08 ‚Lanxess-Arena‘ und trägt damit den Namen einer Chemiefabrik aus Leverkusen, der Spitzname ‚Henkelmännchen‘ wegen des weithin sichtbaren Bogens (höchter Punkt: 76 Meter)ist allerdings geblieben. Die Arena liegt im rechtsrheinischen Deutz und ist daher verhältnismäßig zentral. Sie bietet je nach Bestuhlung zwischen 7.000 und 20.000 Besuchern Platz.
Ich war einmal bei einer Veranstaltung mit irischer Musik- und Tanzvorführung, und wenn ich die Karte nicht geschenkt bekommen hätte, hätte ich mich geärgert: Die Halle ist dermaßen groß, ohne Feldstecher konnte man nur erahnen, wo sich das Geschehen abspielte, und wenn nicht ein paar Videoleinwände aufgestellt gewesen wären, hätte man kaum etwas mitgekriegt, von der absolut miserablen Akustik ganz zu schweigen. Der Bau ist schon imposant, vom Besuch einer Musikveranstaltung jedoch kann ich nur abraten.

Mahnmal am Hansaring

Das da hätt‘ einmal fast die Welt regiert,
Die Völker wurden seiner Herr.
Jedoch ich wollte,
daß ihr nicht schon triumphiert:
Der Schoß ist fruchtbar noch,
aus dem das kroch.

Bertolt Brecht, Kriegsfibel, 1955

Luxemburger Str.

Noch herrscht bei Kaffee und Kuchen normaler Sonntagnachmittagsbetrieb im Eckstein, aber, wenn man genau hinsieht, die Flachbildschirme sind schon aufgestellt.

Die deutsche Mannschaft hat gut gespielt und verdient gewonnen, im B-fly läuft noch die Nachberichterstattung (im Fernsehen analysiert man sich um Kopf und Kragen), alle könnten zufrieden nach Hause gehen. Aber nein, eine solche Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen: Hupende Autocorsi durchziehen die Stadt, das Studentenviertel ist wieder halb abgeriegelt, damit sich die ausgelassenen Betrunkenen und der Verkehr nicht in die Quere kommen.

Beethovenpark

Manchmal ist das Wetter nicht ganz so, wie die Vorhersage verspricht, es ist diesig und kühler als erwartet, aber wenigstens regnet es nicht. Die lang geplante Feier kann also stattfinden, optimistisch werden die ersten Bänke aufgebaut, der Kartoffelsalat ist in Anmarsch – alle die Daumen drücken, daß das Wetter nicht schlechter wird.

Mehlemer Str.

Das ist eine moderne evangelische Kirche in Köln-Marienburg, dem Reichen-Viertel in Köln: Breite Alleen, in denen vielräumige Villen mit großen umzäunten und durch Überwachungskameras abgesicherten Anwesen stehen. Hier hat z.B. auch Tina Turner mit ihrem frisch angetrauten Ehemann gewohnt, als der noch stellvertretender Leiter von EMI-Deutschland, ihrem Plattenlabel, mit Sitz in Köln war, sie war zu der Zeit Köln prominenteste Bürgerin. Ich habe sie aber nie getroffen, offenbar ging sie woanders einkaufen als ich.

Brüsseler Ecke Roonstr.

Kaum ein gastronomischer Betrieb, der bei Sonnenschein keine Tische und Stühle auf den Bürgersteig stellt,und sei er auch nur 1,50 m breit. Auf der einen Seite ist das ganz nett: Mediterranes Flair entsteht, wenn Angehörige aller Nationen bis spät abends an den Straßen sitzen, relaxt etwas trinken und den Tag Revue passieren lassen. Manchmal ist es aber auch sehr nervig, wenn man schnell mal irgendwo hin will, und überall steht die Möblierung im schmalen Weg, umringt von finanzkräftigen rücksichtslosen angetrunkenen Freizeitgenießern. Auf einem Platz freilich ist es immer in Ordnung.