Neumarkt

Der Zirkus ist in der Stadt: Roncalli ist der einzige Zirkus, der sein Zelt auf dem zentralsten Platz der Stadt aufstellen darf. Andere haben es auch versucht, allerdings sind die Anträge unter fadenscheinigen Begründungen abgelehnt worden, die Antragssteller mußten auf unattraktive Stadtrandlagen ausweichen, was faktisch ein Monopol für Roncalli bedeutet, für andere Veranstalter lohnt es sich einfach nicht. Und so kommt es, daß Roncalli mindests einmal im Jahr in der Stadt ist, in diesem Winter sind sie sogar für die Köln-Arena angesagt.
Die Karten (im Zelt) kosten zwischen 17 und 50 Euro.

Bahnhofsvorplatz

Im Gebäudekomplex gegenüber dem Hauptbahnhof hat ein neues Brauhaus aufgemacht – ein neues Brauhaus? Mitten in der Stadt? Das ist natürlich ein Fake: Man muß wohl besser sagen: Ein Restaurant im Stil einer Brauhauskneipe: Groß und hoch wie eine Halle, mit langen Tischreihen und vielen Sitzplätzen, auf der Speisekarte steht die übliche regionale Hausmannskost: Himmel un Ääd (Blutwurst mit Apfelkompott und Kartoffelmuß – bäh!), Haxen mit Sauerkraut und für den kleinen Hunger Halve Hahn (Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe Goudakäse). Alte kupferne Braukessel stehen als Zierde in einer Ecke, damit man weiß, wo man ist. Am Nebentisch wollte jemand ein gemischtes Bier, also mit Cola oder Sprudel haben – gibt’s nicht, „Biermischgetränke schenken wir nicht aus“, hieß es süffisant. Überall ist der Kunde König, im kölschen Brauhaus allerdings traditionell ein Bittsteller.

Und treffen sich zwei Ur-Kölner, kann das Gespräch so ablaufen, wie es Konrad Beikircher hier vorführt und analysiert (ich hoffe, der Wunsch nach Beispielen des kölschen Dialekts ist dadurch erfüllt):

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Die weiße Massai op Kölsch – Der Film

Auf der Such nach Klangbeispielen für den kölschen Dialekt habe ich diesen netten Film der „Stunksitzung“ entdeckt. Zum Verständnis:

Poll ist ein Stadtteil Kölns auf der „Schäl Sick“, womit abfällig das Rechtsrheinische gemeint ist, auf das man als echter Kölner nur mit Abneigung hinabschaut. Die alteingesessenen rechtsrheinischen Bürger reagieren darauf mit gelassener Ignoranz: Wenn sie auf die andere Rheinseite wollen, kündigen sie an: „Ich muß mal kurz nach Köln“, d.h., sie zählen sich einfach nicht dazu.
Die „Poller Negerköpp“ sind eine Karnevalsvereinigung, die ungelogen zum Karneval so herumlaufen wie im Film dargestellt.


Brigittengäßchen

Tünnes un de Schäl sin op der Beerdigung vun deren Fründ Pitter. Der Schäl wirf däm Sarg ne Struß Blome noh, der Tünnes wirf zwei Frikadde hingerher. Schäl: „Tünnes, beste jeck? Wat soll dä Pitter domet, der kann die doch nit mieh esse.“ Darauf dä Schäl: „Ja gläuvs do dann, hä dät ding Blome en de Vas stell?“

Puuuh …
Tünnes-und-Schäl-Witze sind, glaube ich, bundesweit bekannt. Die beiden waren gegensätzliche, sich ergänzende Charaktere aus einem Stockpuppentheater Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie waren und sind sehr populär, da sie angeblich zwei Wesenszüge der Kölner widergeben: Tünnes ist naiv, gutmütig, ein bißchen phlegmatisch, aber clever (im Bild links), Schäl ist gerissen, hinterlistig, aber letztlich doch ein guter Mensch.
Die lebensgroßen Skulpturen stammen von Wolfgang Reuter und wurden 1974 aufgestellt. Die Nase der Tünnes-Figur glänzt deshalb so, weil es Glück bringen soll, sie zu streicheln.

Diözesanmuseum Kolumba, Kolumbastr.

Das neue Diözesanmuseum heißt Kolumba, nach der großen mittelalterlichen Pfarrkirche St. Kolumba, die bis in den Zweiten Weltkrieg hier stand, und deren Überreste in den Neubau integriert wurden – nicht nur außen, auch innen.

Der Architekt ist Peter Zumthor. Ein paar Einblicke ins Museum gibt es hier. Wer einen Besuch plant, sollte gut planen, das Museum hat die merkwürdigsten Öffnungszeiten, die ich je bei einem Museum gesehen habe: Täglich außer Dienstags 12 – 17 Uhr!

Marsilstein

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige sollen nicht echt sein? Pah! Die 11.000 Jungfrauen, die die heilige Ursula begleitet haben sollen, waren in Wirklichkeit nur 11, also nicht mehr, als Personen im Elferrat sitzen oder eine Fußballmannschaft bilden? Und wenn schon! Die wahren Wunder finden im Kölner Alltag statt: Hunde, die lesen können! – die gibt’s sonst nirgends! Ob sie sich auch an die Aufforderung halten, steht auf einem anderen Blatt.

Jülicher Str.

Änderungsschneidereien gibt es sehr viele in der Stadt, meist werden sie von Türken betrieben. Es braucht nicht viel dafür, ein kleines Ladenlokal und die entsprechende Ausrüstung. Das Know-How ist allerdings sehr unterschiedlich. Ich habe mir mal eine Hose abnähen lassen, die schon nach zwei Monaten wieder aufgegangen ist. Es ist ratsam, sich umzuhören, wer schon mal gute Erfahrungen gemacht hat, dann kann die Taille ruhig zunehmen.

Hauptbahnhof

Wenn man in der Woche keine Zeit hat, sich darum zu kümmern, was frau diesen Sommer so trägt, kann man sich auch am Sonntag im Hauptbahnhof orientieren: Neben einem Supermarkt, einem Buchladen und einer Unzahl von gastronomischen Betrieben gibt es auch Boutiquen, wo man sich nach der neuesten Mode einkleiden kann.