Eisenmarkt / Aachener Str.

Ein Denkmal zu Lebzeiten, das gab’s hier bis dahin noch nicht: Als es 1992 aufgestellt wurde, hatte der berühmte Volksschauspieler Willy Millowitsch (1909 – 1999) noch ein paar Jahre vor sich. Ich habe ihn nie live erlebt, das Theater Millowitsch gibt es aber noch, es wird von seinem Sohn Peter erfolgreich weitergeführt.
Die in künstlerischer Hinsicht mißlungene Figur wurde zum großen Teil von Harry Owens gestiftet, dem Begründer des „Traumtheater Salome“. Dieses Zelttheater, gekennzeichnet hauptsächlich durch Akrobatik, Tanz und (etwas zu gewollte) Poesie, versuchte, sich im Schweif von Zirkus Roncalli zu etablieren.

Rheinufer

Nanu, was ist denn das für ein Lärm? Laute, blecherne Rock’n-Roll-Musik, unterbrochen von irgendwelchen Ansagen, wabert über das Wasser. Bald lüftet sich das Geheimnis: „Seid ihr gut drauf?“ ruft der dicke Mann in rot. „Jaaa!“ schallt es verhalten zurück. „ICH HÖR EUCH NICHT“, brüllt der Mann, „JAAAAAA“, brüllt es zurück. Nach drei Minuten ist das Grauen außer Hörweite.

Horbeller Str.

Rasen. Eine tote Straße, Sackgasse. Kein Mensch weit und breit. Vielleicht bedeutet das Schild: „Hier werden sie erstochen“, und deswegen meiden alle diesen Ort. Also nichts wie weg. Ein paar hundert Meter nur, und es erscheint (tataa!) einer der ödesten Plätze, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Hilfe, wo ist die nächste Straßenbahn?

Äußerer Grüngürtel

Der Decksteiner Weiher ist ein langgezogener künstlicher See im äußeren Grüngürtel, wenn man ihn einmal umrundet hat, kann man, im Bewußtsein, einen anständigen Spaziergang gemacht zu haben, getrost wieder nach Hause gehen. Zwischendurch stärkt man sich mit einem wirklich leckeren Eis von einem Italiener, der hier am Wochenende freundlicherweise immer steht, auch wenn nicht viel los ist.

Am Decksteiner Weiher

Der 1. FC feiert seinen 60. Geburtstag im Vereinshaus, dem sogenannten Geißbockheim. Der Geißbock ist das Wappentier des Vereins, seit ihm im Jahr 1950 ein solches Tier geschenkt worden ist. Die Identifikation geht so weit, daß auch die Spieler „Geißböcke“ genannt werden, die dann folgerichtig im Geißbockheim trainieren. Im Gebäude gibt es auch ein öffentliches Lokal, in dem man gute Chancen hat, örtliche Fußballprominenz zu treffen – mir nützt das leider gar nichts, ich sammle keine Unterschriften, und Fußball interessiert mich auch nicht. Aber den Kuchen kann man essen.

Hohenstaufenring

Und? Kennt den noch einer? Wie hieß noch mal gleich diese Versicherung mit Herrn Kaiser … oder diese Brillenwerbung: „Wenn ich noch mal anfangen könnte, würde ich gleich zu Fielfrau gehen.“ Am Ring gibt es einige trendige Möbelgeschäfte, wo kleine Tisch-Stehlampen 249,00 Euro kosten und es einfach ach so hip! ist, wenn ein Angestelltengesicht aus dem Osten einem beim Kochen zusieht. Was der sonst so gemacht hat? Ist doch egal, hauptsache trendy.

Unfall

Rumms! – oh je, da hat’s geknallt. Die ganze Nachbarschaft steht an den Fenstern, Polizei und Krankenwagen sind bereits unterwegs, die Fahrzeuginsassen sind aber anscheinend ohne größere Blessuren, wenn auch auf wackeligen Beinen stehend, davongekommen – Airbag sei Dank. Mein Fahrrad hat leider keinen – Airbag meine ich, man muß sehr defensiv fahren und gute Bremsen haben. Jeden Tag verbringe ich ca. eine Stunde auf dem Fahrrad, und wäre ich nicht vorsichtig, könnte ich mich jeweils in dieser Zeit im Schnitt drei mal ohne meine Schuld überfahren lassen.