All you can eat!

Hm – wenn man direkt davor sitzt, sieht es irgendwie besser aus als auf einem Foto. Im DuMont Carree in der Breite Str. gibt es ein chinesisches „All you can eat“-Restaurant, man bezahlt 6,90 Euro (Getränke extra) und kann so viel essen, wie und solange man will. Da hier relativ viel Betrieb herrscht, kann man davon ausgehen, daß die Speisen immer frisch sind. Es gibt Schwein-, Rind- und Geflügelgerichte, aber auch viele Gemüsearten, geschmort oder roh, mit Tofu oder ohne, Gebackenes, Frittiertes, Suppen und verschiedene Desserts – eine Riesenauswahl, weshalb der Besuch auch lohnt, wenn man nicht für eine Woche im Voraus essen will.
Tatsächlich sieht man immer mal wieder Leute, die ohne Teller am Tisch sitzen und warten – darauf, daß die Verdauung arbeitet, der Magen sich wieder halbwegs leert und sie oral nachschieben können. Die meisten Besucher aber erfreuen sich an der guten Auswahl und Qualität und der zwanglosen Atmosphäre.

Südfriedhof

So wünschte ich mir mein Grab – sattes Grün, und wenn die Hinterbliebenen den Wunsch haben, eine der typischen Friedhofskerzen in den roten Plastikbehältern aufzustellen, erfreute die farbliche Zusammenstellung das Herz meiner Seele.

PS: Ich bin übrigens kerngesund und habe vor, noch einige Jahre am Leben zu bleiben.

Dom

Am 23. Juli 1164, also vor genau 844 Jahren, brachte der damalige Erzbischof Rainald von Dassel die angeblichen Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln, die ihm der Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, nach der gelungenen Besetzung der Stadt geschenkt hatte. Um ein angemessenes Gebäude für den Schatz bemüht (die „kleine“ Vorgängerkirche konnte den wirtschaftlich lukrativen Pilgeransturm nicht fassen), begann man 1248 mit dem Bau des heutigen Doms – das Jahr markiert übrigens auch den Beginn der gotischen Architektur, eigentlich eine französische Erfindung, in deutschen Landen. Im neuen Gebäude, das bereits nach ca. 640 Jahren fertig gestellt war, finden aber noch viel mehr Reliquien Platz.

Im Ernst: Ich mag diesen Seitenaltar, auch wenn ich mit Religion nichts am Hut habe.

Ich habe vor gestern Abend den Dom noch nie so voll gesehen: Sämtliche Plätze besetzt, in den Gängen standen die Leute: Im Sommer findet jeden Dienstag bei freiem Eintritt ein Orgelkonzert statt, der Klang ist wirklich gewaltig, auch wenn gestern Modernes gespielt wurde, ich muß gestehen, ich hätte lieber Bach gehört – aber der steht nächsten Dienstag auf dem Programm.

Josef-Haubrich-Hof

Der Josef-Haubrich-Hof (der Namensgeber hat der Stadt nach dem 2. WK seine umfangreiche Sammlung von Bildern der Klassischen Moderne geschenkt) ist, so das Zitat einer Freundin, „ein Platz, der nur sich selbst gehört“ – oder, anders ausgedrückt, ein Beispiel städtebaulicher Fehlplanung. In den späten 80ern noch eine unbebaute häßliche Brache (ich kann mich noch daran erinnern), wurde mit dem Bau des Ärztehauses an südöstlicher Ecke des Neumarktes (hier links im Bild) auch die Gestaltung des Platzes geplant, der außerdem von der Volkshochschule (im Bild rechts) und der städtischen Zentralbibliothek eingerahmt wird – eine belebte Atmosphäre schien garantiert. Aber es kam anders: Die Bänke wurden schnell wieder abgebaut, da sie alkoholselige Penner anzogen, die die vielen Passanten anbettelten. Dann wurde er einer der Haupttreffpunkte der hiesigen Drogenszene, das mobile Betreuungsbüro für Abhängige stand hier eine Zeitlang, und in den Toiletten der Bibliothek wurden die Glühbirnen gegen blau-strahlende ausgetauscht, damit die Fixer dort ihre Venen nicht finden konnten. Jetzt ist der Platz nur noch einer, der überquert wird, öde und traurig. Dabei würde sich doch eine mobile Außengastronomie ganz gut machen, ich würde hier Milchkaffee trinken … seltsam.

"Wenn Totenstille eintritt"

Reklame

Wohin aber gehen wir
ohne sorge sei ohne sorge
wenn es dunkel und wenn es kalt wird
sei ohne sorge
aber
mit musik
was sollen wir tun
heiter und mit musik
und denken
heiter
angesichts eines Endes
mit musik
und wohin tragen wir
am besten
unsere Fragen und den Schauer aller Jahre
in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
was aber geschieht
am besten
wenn Totenstille
eintritt

Ingeborg Bachmann (1956)

Inspiriert von SusanIwanowa.

Neue Weyer Str.

An einer Ecke des Barbarossaplatzes, eines der verkehrsreichsten Plätze der Stadt, steht, viel zu nah an einem häßlichen Betonbau, diese filigrane Stahlplastik „Attilla“ aus dem Jahr 1977 von dem Schweizer Künstler Paul Suter. Lesen wir, was Suter selbst zu seiner Kunst sagt: „Wichtiger als die technische und formale Machart ist der räumlich plastische Ausdruck. Ich versuche, die gezählten Formteile so einzusetzen und zusammenzufügen, daß nicht so sehr die materielle Präsenz bekundet wird, als vielmehr Bewegungen im Raum, Kräfte im Raum veranschaulicht werden.“ Die beabsichtigte Wirkung wird leider weitgehend durch die Umgebung zerstört.

Geschafft!

Dieses Bild war auf den Tag genau heute vor einem Jahr das erste in diesem Blog. Das Blog hieß noch „Eine Stadt – zwei Seiten“, ich hatte eigentlich vor, die vielen Baustellen der Stadt zu dokumentieren (die seitdem eher zugenommen haben *grummel*), aber weil ich nicht ungerecht sein wollte, sollte an jedem zweiten Tag die liebevolle Seite der Stadt gezeigt werden, wobei die Bilder für sich sprechen sollten. Tja, nett gedacht, aber sehr schnell langweilig, außerdem hat die Stadt viel mehr Seiten als nur zwei, und die Bilder sind selten so gut, daß sie für sich sprechen, also mußte Text dazu.

Immerhin habe ich es geschafft, ein Jahr lang täglich (mindestens) ein Bild ins Blog zu setzen, wie ich es mir vorgenommen hatte – soviel Disziplin bin ich eigentlich nicht gewohnt von mir.

Und wie geht’s jetzt weiter? Na, ist doch klar, morgen erscheint das Bild vom 18.07.07 usw. usw. – das Leben ist ein Kreislauf, die sprichwörtliche Wiederkehr des immer Gleichen … nein nein, kleiner Scherz, es kommen neue Bilder und Geschichten, nur nicht mehr ganz so oft, die Stadt gibt so viel her, daß ich noch Jahre weitermachen kann.

Ganz herzlich und unsentimental bedanke ich mich für Euer Interesse und hoffe, Ihr bleibt mir erhalten.

Flora (2)

Die ältesten Teile der Flora gehen zurück bis ins Jahr 1816. Ca. 100 Jahre später erhielt sie ungefähr ihre heutige Form, so daß man sich darauf geeinigt hat, im Jahr 2014 das 100-jährige Jubiläum zu feiern (man hätte auch 2020 nehmen können, aber das andere Datum liegt näher).
Der Park hat übrigens – vom Eingangsbereich abgesehen – die Form eines englischen Landschaftsgartens.

Über 10.000 Pflanzen werden hier gepflegt – uff, das ist eine Menge, wer kann da den Überblick behalten?

Immer gelassen bleiben, in der Ruhe liegt die Kraft, das kriegen wir schon hin – selbst wenn man mal einen Namen vergessen hat – die Pflanze wächst, und das ist die Hauptsache, oder?

Kempener Str.

Hubschrauberlandeplatz am St.-Vinzenz-Krankenhaus, damit einem bei Notfällen schnell geholfen werden kann. Und weil es auch eine gynäkologische Abteilung gibt, brauchen andere Flugkörper natürlich auch einen Wegweiser – also, immer dem Schnabel nach.

Flora (1)

Die Flora ist eine 11,5 h große Gartenanlage neben dem Zoo, angelegte Pfade führen durch große Blumenbeete, kleine Teiche, seltene Bäume und andere Pflanzen. Gewächshäuser zeigen Blumen und Pflanzen, die die kalte Witterung nicht vertragen, und – wichtig – ein Gaststättenbetrieb mit Terrasse ist auch vorhanden.

In den nächsten Tagen erzähle ich vielleicht noch ein wenig mehr, die Augen gehen einem über von der Blütenpracht, während der Eingangsbereich eher durch seine strenge Gartenarchitektur zu repräsentieren versucht – woran er aber kläglich scheitert, denn der riesige Springbrunnen in der Mitte hat kein Wasser, das ganze macht einen leicht überdimensionierten und daher lächerlichen Eindruck, der sich aber glücklicherweise nicht im ganzen Garten fortsetzt.