
Die Antoniterkirche (s. auch gestern) mitten in einer der meistbesuchten Fußgängerzonen der Republik wurde bereits im 14. Jahrhundert in gotischem Stil gebaut, ohne Turm, wie es für Kirchenbauten von Bettelorden üblich war. Der Antoniterorden tat sich hervor durch Krankenpflege, die Bezeichnung der Krankheit Antoniusfeuer, eine durch den Mutterkornpilz verursachte sehr üble Erkrankung, geht direkt auf den Orden zurück.

Nachdem Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts die Kölner Kirchen als Unterkünfte für seine Soldaten, deren Pferde und das Vieh benutzt hatte – in Wirklichkeit, um den Katholen zu zeigen, was er von ihnen hielt – erlaubte er der evangelischen Gemeinde, sich erstmals in der Geschichte der Stadt zu etablieren und sich eine Kirche auszusuchen. Klugerweise waren sie bescheiden (sie hätten auch eine der vielen großen romanischen Kirchen wählen können), und so kommt es, daß das Gebäude auch heute noch in evangelischer Hand ist.

Werktäglich findet um 18 Uhr eine 10-minütige Andacht statt, um den einkaufswahnsinnigen Besuchern der Kaufhäuser die Chance zu einem Augenblick Ruhe zu geben. Ab und zu dürfen interessante Persönlichkeiten wie z.B. der katholische Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann Predigten halten.
Gegenüber der Kirche befindet sich das Weltstadthaus (=Bekleidungskaufhaus) von Renzo Piano:
