Liebesschlösser

Wenn man von Deutz Richtung Dom über die Hohenzollernbrücke geht, begegnet man neuerdings einem merkwürdigen Phänomen: 300 bis 400 Schlösser hängen in dem Gitter, das den Gehweg von den Gleisen trennt, und die Schlösser sind mit Namen oder Initialen und Daten versehen. Ein Brauch, der, wie ich inzwischen gelesen habe, aus Italien kommt: Das Liebespaar ritzt nicht mehr ein Herz in die Baumrinde, um der Liebe symbolisch Ewigkeitswert zu geben, sondern läßt die Namen fachmännisch in Metall gravieren. Gemeinsam wird das „Lucchetto dell’amore“ an einer Brücke angebracht, der Schlüssel wird in den Fluß geworfen. Die Bahn war erst „not amused“, aber nun, solange kein „Personenschaden“ (O-Ton) droht, will man die Schlösser dulden. Die Brücke ist 400 Meter lang, da passen noch einige Schlösser dran, bevor der Zaun umfällt. Und für den Personenschaden, den die Liebe darüber hinaus noch anrichten kann, ist die Bahn eh nicht zuständig.

Deutzer Ufer

Fotografen haben Geduld – auf wen warten die wohl? Prominenz, Stars? Nein, in diesem Fall auf das richtige Licht, die richtige Beleuchtung. Marlene Dietrich hat mal gesagt, sie sei „totfotografiert“ worden – dieses Gebäude könnte das wahrscheinlich auch von sich sagen:

Aber es ist auch wirklich schön, bei diesen milden Abendtemperaturen auf der rechten Rheinseite zu sitzen und zuzusehen, wie die Sonne hinter dem Dom verschwindet. Viele Touristen kommen nicht darauf, hierher zu kommen, da der Trubel auf der anderen Seite ist – die bessere Sicht hat man definitv von hier. Vorm Hyatt gibt es sogar einen Biergarten, in dem man auch eine Kleinigkeit essen kann.

Allerdings sind die Preise hier gesalzen, ein Weizen kostet 4,20 Euro, deshalb sollte man sein Bier und eine Tüte Chips am Kiosk kaufen und sich auf die Uferbegrenzungsmauer setzen, dort sitzt man sehr gemütlich, und das Klo im Hyatt darf man trotzdem benutzen.

Achtung?

Nicht nur die große Stadt hat vielfältige Gefahren, vor denen man sich in acht nehmen muß, auch in der freien Natur lauern Fallen, die dem ahnungslosen Besucher nach dem Leben trachten, wie hier im nahe gelegenen Kottenforst. Ein Hoch auf den Gewässerwart!

Zollstockgürtel

Abgetrennte plüschige Eisbärköpfe zum an die Wand hängen, silberngeflügelte weiße Plastikherzen oder kleine weiße Dackel – beruhigt kann man sich zurück lehnen: Von einer Jugend mit solchen Accessoires geht keine Gefahr aus. Besorgt sollte man sich wieder aufrichte: Von dieser Jugend ist auch sonst keinerlei Anregung zu erwarten.

Aber ich will nicht ungerecht sein: Da hat wohl der Stratege der Werbeabteilung dieses Kaufhauses seine eigene Jugend aufgearbeitet.

Flashmob auf der Domplatte

Dank eines Hinweises von Blogfreundin April Showers bin ich auf einen Flashmob aufmerksam geworden, der letzte Woche auf der Domplatte stattgefunden hat: Eine Kissenschlacht. Ein Flashmob ist eine meist sinnfreie Zusammenkunft von überwiegend einander unbekannten Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt, der im Internet bekannt gegeben wird. Ein weiteres Beispiel: „Am 24. Januar 2009 trafen sich um Punkt 16:00 Uhr über 600 Menschen an einem überregionalen Einkaufszentrum in Oberhausen auf einem zentralen Platz, aßen eine Banane und verschwanden dann wieder.“ (Zitat: wikipedia). Aaaha, gut gut – wenn man sonst nichts zu tun hat …

Roncalliplatz

Vor fast genau einem Jahr hatte ich hier über ein Bauvorhaben neben dem Dom berichtet, jetzt ist es fertig: Der neue Zugang zum Südturm, zu saubereren Toiletten und zum unterirdischen Parkhaus. Und ich habe recht behalten: Die Neubauten sind zurückhaltend und beeinträchtigen die gotische Architektur nicht. Man geht ein paar Stufen nach unten, durchquert den neu gebohrten Gang durch das zwölf Meter dicke Fundament des Südturms und kann in einem geräumigen Kassenraum die Eintrittskarte kaufen.

Neuerdings kann man nun auch von hier aus die Grabungsarbeiten unter dem Dom besichtigen.
Dann geht’s wieder hoch bis zur Wendeltreppe, die 509 Stufen führen zu einem Plattformring in 100 Meter Höhe.

Sieben Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Dom, davon besteigen 600.000 den Turm – ich würde sagen, das Abfallkonzept für diese erwarteten Massen ist noch nicht ganz ausgereift.

Als wir unten waren, ertönte plötzlich eine laute Sirene, ein aufgeregte junge Frau beichtete dem Kassierer, daß sie versehentlich einen Alarmknopf gedrückt habe – keine fünf Minuten später standen sieben Feuerwehrzüge auf dem Roncalliplatz (ich hatte leichte Sorge wegen der U-Bahnröhren, die in der Tiefe kreuzen). Auch daran kann man sicher noch arbeiten.

Frühling in der Stadt

Aah – es wird Frühling. Nicht nur die Bäume schlagen endlich aus, auch Ralf („meine Freunde nennen mich Ralle“) hat wieder sein Revier abgesteckt, mit frisch geputztem Rost und ausgewechseltem Öl geht’s in die neue Saison.
Die Kneipe in der Nachbarschaft hat beim ersten Sonnenstrahl die Stühle und Tische aufgestellt und kredenzt nicht nur Kölner Flönz und Berliner Weiße, sondern auch Chicken Wings mit Salat aus Bunte – keine Ahnung, wo das Örtchen liegt.

Baustelle

Heutzutage kann man sich die Pflastersteine in handlichen Beuteln liefern lassen, praktisch. Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da mußte man die „Argumente“ mühsam aus dem Boden lösen.

(Pfui, was für ein böser Scherz! Ich bekenne: Ich lehne jede Gewalt ab, und das mit den Pflastersteinen habe ich auch nie gemacht. Kinder, laßt die Finger davon!)

Lübecker Str.

1451 Restaurants soll es in Köln geben, bei 1 Millionen Einwohner erscheint mir das nicht viel. Es ist für jeden was dabei: Ausländische Leckereien aller Nationalitäten, trendige In-Restaurants, günstige und gute Studententröge, gutbürgerliche Küche ebenso wie die etwas gehobenere, wo man vorzugsweise „fein gemacht“ hineingeht – wie hier.

Hahnenstr.

Und wofür wirbt diese Schaufensterdekoration in der Vorosterzeit so geschmackvoll? Richtig – für hübsche Lampen. Und auch für die ältere Generation gibt es Passendes: Eine Standleuchte in Form eines Tropfständers, wie man ihn häufig auf der Intensivstation von Krankenhäusern sieht, da ist der Gewöhnungsprozeß nicht so arg. Wer nun mich für geschmacklos hält: Ich bin nur der Fotograf.