Ferien

Quelle

Sommerpause, am 31.08. bin ich wieder da. Für Notfälle habe ich schnell eingezeichnet, wo ich zu finden bin, aber ich denke, es wird schon alles gutgehen. Kamera, Portemonnaie … hab ich, es kann losgehen. Ach ja, bevor ich es vergesse: Den Sommer muß ich leider mitnehmen … aber mal schauen, vielleicht schicke ich ihn ab und zu mal über die Grenze.

Bis dann.

Volle Fahrt Voraus

… heißt diese Plastik von Monika Simon. Den Blick beschattet, damit man weit in die Zukunft sehen kann, Männer und Frauen gleichermaßen – allerdings in verschiedene Richtungen.

Der Stammheimer Schloßpark, am nördlichen Rand Kölns rechtsrheinisch direkt am Fluß gelegen, ist immer einen Besuch wert, er ist sehr ruhig, wenig besucht, relativ weitläufig und von Jahr zu Jahr immer wieder teilweise mit neuen Skulpturen bestückt. Nur Kaffee und Kuchen muß man sich woanders besorgen.

Im Olivandenhof

Im Olivandenhof gibt es keine Elefanten zu besichtigen (die Bezeichnung geht auf das mittelalterliche Franziskanerkloster „ad olivas“=“zu den Oliven“ zurück, das hier mal stand), aber falls man sich auf die Pirsch machen will, um sie in freier Wildbahn zu beobachten, ist man hier richtig: Über vier Etagen werden ausschließlich Outdoor-Artikel angeboten.

Passen die grünen Flossen besser zur Farbe des Schnorchels, oder doch lieber die blauen, und wie sieht das im Wasser aus? Kein Problem, einfach mal anprobieren – die Jury sitzt schon in den Startlöchern. Irgendwo soll es auch eine Regenkammer geben, in der man ausprobieren kann, wie wasserabweisend die Regenjacke wirklich ist …

Büchermarkt am Rhein

Büchermarkt am Rheinufer – kein leichtes Unterfangen bei diesem wechselhaften Wetter, da muß man schnell sein mit den Plastikplanen, sobald es anfängt zu tröpfeln. Es werden meist modern-antiquarische Bücher angeboten, viele Taschenbücher zwischen einem und fünf Euro, je nach Abnutzungsgrad, aber auch günstige Bildbände und Sachbücher, die es schon längst in keiner Buchhandlung mehr gibt.

"Wohngemeinschaft" in der Richard-Wagner-Str.

Der Kunstautomat von vorgestern hängt in einer relativ neuen … wie soll man sagen: Bar, Café, Kneipe – alles zusammen, aber nichts richtig. „Die Wohngemeinschaft“ heißt der Ort, da er aus mehreren verschieden gestalteten Zimmern besteht: Auf dem Bild sieht man den Hauptraum, Mobiliar aus den 50er und 60er Jahren bestimmt das Bild, viele Sessel und Sofas, in denen sich sehr gemütlich quatschen läßt. Am hinteren Ende ist eine Art Mädchenschlafzimmer – auch aus längst vergangenen Jahrzehnten, um die Ecke steht ein VW-Bus mit Polstern ausgelegt, in einem Zimmer liegen hippieske Sitzmatratzen auf dem Boden, und im letzten Raum steht eine Tischtennisplatte. Abends ist es z.Zt. DIE angesagte „Location“ in der Stadt und entsprechend voll, aber sowas wechselt ja schnell. Nachmittags ist es jedenfalls sehr schön, Kaffee und Kuchen sind gut.

Kunstautomaten

Rauchen ist ungesund, das hat sich ja wohl herumgesprochen, und mit den Automaten, die in den Kneipern hängen, kann man auch viel Besseres anfangen: Man wirft 2 Euro ein und zieht sich eine Schachtel Kunst. Allerdings Vorsicht, auch hier gibt es einen Warnhinweis. Auf der Schachtel steht: „WARNUNG! Diese Kunst kann verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie sich selbst und schreiben Sie uns die Antwort. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen. Es gehört jetzt dir.“

Und das war drin in der Schachtel: Ein signiertes Kunstwerk von Kathrin Ollroge, ein kleines Holzklötzchen mit einer Fotografie von einem Puppenhausspielzeug. Mir gefällt’s, ich mag Wundertüten.

Engeln in der Cranachstr.

Als ich das erste mal das Wort Analogkäse hörte, dachte ich entsprechend der verschiedenen Tonträger, die es gibt, also Schallplatten (analog) und CDs (digital): Sieh an, jetzt gibt es schon digitalen Käse, und fragte mich, ob der auch aus Nullen und Einsen besteht, und falls ja, wie er dann satt macht. Aber weit gefehlt: Analogkäse ist ein Kunstkäse (digitalen Käse gibt es im Internet zwar auch zuhauf, aber eher im bildlichen Sinne). Und nun habe ich neulich einen Bericht im TV gesehen, daß immer mehr Anbieter von Speiseeis dieses aus reiner Profitgier nicht mehr mit Milch, sondern mit Pflanzenfett herstellen – man leckt also unter Umständen an dünner gekühlter Margarine mit Vanillezuckergeschmack, pfui deibel!

Das Eis von der Konditorei Engeln ist garantiert pflanzenfettfrei. Die Herstellungstradition reicht schon drei Generation zurück. Jedes Eis ist sogar ein „Unikat“, d.h., es wird nicht etwa eine Grundmasse angerührt, in die dann jeweilig künstliche Geschmacksnoten zugegeben werden, nein, jede Eissorte wird einzeln mit natürlichen Produkten hergestellt. Verglichen mit dem Analog-Dreck fühlt man sich als Kunde geradezu geehrt und geadelt.

(Weitere Informationen)

Skulpturenpark

Im Skulpturenpark in der Nähe des Zoos stehen neue Kunststücke. Dieses ist von Torsten Slama und heißt „Herbert-Bayer-Zigarettenkiosk/Atomskulptur“. Der Künstler hat sich auch selbst dazu geäußert, aber erstmal schauen:

Schön grell-bunt steht es da mitten im Grünen, schlichte große Flächen und die stehende überdimensionale Zigarette lassen einen an Werbung denken, nur der Gorilla wirkt ein bißchen bedrohlich – dunkel, animalisch, unheimlich.

Im Katalog steht folgender Text: „Der zigarettenförmige Kamin, eine Röhre, dient als Monument und Mahnmal, eine Warnung an künftige Zivilisationen, so Torsten Slama (* 1967). Der Gorilla, der das Monument bewacht, teilt viele Eigenschaften mit der Zigarette. So wie diese sich niemals ihre Giftigkeit wird abgewöhnen können, wird auch er niemals seine Triebe meistern. Die Skulptur basiert auf der Zeichnung Vision 6: Der Herbert-Bayer-Cigarettenkiosk aus dem Zyklus Illustrierte Visionen der Zukunft für die Erhaltung von Monumenten, der Erinnerung an die Menschheit gewidmet. Dargestellt wird ein Gebäude, das, weil es eine namenlose Katastrophe überstanden hat, zukünftigen Tiergenerationen als Denkmal der untergegangenen Menschenzivilisation dient. Als Vorlage diente ein Entwurf von Herbert Bayer aus dem Jahr 1924. Der damalige Lehrer am Bauhaus Dessau war die Blüte einer Zivilisation, die den Gedanken ablehnte, es könne ein Übermaß an Bildung, Fortschritt, Genuss und Energieverbrauch geben. Das Werk Herbert-Bayer-Zigarettenkiosk/Atomskulptur ist ein Monument für den Überfluss im Sinne des Zigarettengleichnisses.“

Oh jee … der Lehrer als Blüte? Und was ist mit dem Zigarettengleichnis? Wenn sie weg ist, ist sie weg, oder wie? Ich finde, der Katalogeintrag trägt ein bißchen dick auf, aber urteilt selbst. Die Vorlage vom Bauhaus-Künstler Herbert Bayer sieht übrigens so aus:

Minibib im Stadtgarten

Seit ein paar Wochen gibt es im Stadtgarten, einem zentrumsnahen Park, „Minibib“, das Bücherbüdchen. Knapp 18 qm groß, beherbergt es gut 1000 Bücher, zumeist Taschenbücher für Erwachsene, aber auch Kinderliteratur, aus dem Mehrfach-Bestand der Stadtbibliothek. Das Besondere an der „Minibib“: Jeder Passant kann hineingehen, sich genau ein Buch (also nie mehrere gleichzeitig) aussuchen und ohne jede Formalität, wie z.B. Ausweis oder Quittung, mitnehmen. Der Entleiher wird gebeten, das Buch nach spätestens zwei Wochen wieder zurück zu geben. Sollte doch mal ein Buch für immer „verschollen“ bleiben, dann, so hofft man, wird es auf anderem Wege die Lesebereitschaft fördern. Soviel Idealismus und Vertrauen – wäre ich der König von Deutschland, ich würde ihnen dafür augenblicklich einen Orden verleihen, den höchsten, den es gibt. Das Projekt (nach einem Vorbild aus Lissabon das zweite in Europa) wird vom „Förderverein Stadtbibliothek Köln e.V.“ getragen, die 15 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen stehen nicht nur zur Beratung und Betreuung zur Verfügung, sondern organisieren auch Lesungen für Kinder.