Weihnachtsurlaub an der Nordsee (5)


Die Vareler Schloßkirche am Schloßplatz – und wo ist das Schloß? Gibt’s nicht mehr, abgebrannt, so’n Pech. Das ist aber schon ein paar Jahrhunderte her. Die Kirche ist nicht das einzige Wahrzeichen des Städtchens, es gibt noch eine Mühle, abends sogar mit Beleuchtung, die ein Museum beherbergt.

Das Städtchen ist ganz nett – wenn man zu Besuch ist und weiß, wann man wieder abreist. Hier – die Vareler Bürger mögen mir verzeihen – möchte ich allenfalls begraben sein, und zwar erst, nachdem ich gestorben bin …

Weihnachtsurlaub an der Nordsee (4)


Bei langen Spaziergängen auf dem Deich müssen Hunde draußen bleiben – die Schafe hätten einfach zu viel Streß und könnten ihrer Funktion als Rasenmäher nicht mehr gerecht werden. Aus lauter Dankbarkeit sch… sie überall hin, aber gutes Schuhwerk sollte ja im Winter kein Problem sein.
Überall trifft man auf geheimnisvolle Kunstwerke, das ist wiederum sehr nett. Im Hintergrund sieht man übrigens Wilhelmshaven – scheint ganz nah zu sein, es sind aber doch ein paar Kilometer. Und zufällig ist das Wasser sogar mal da, das erscheint nämlich nur ca. alle 12 Stunden, mit leichter Verzögerung, so daß das Hochwasser (also der Wendepunkt von Flut zur Ebbe) von Tag zu Tag etwas später ist. In der übrigen Zeit ist das Wasser weg, man sieht nur Schlick – macht aber nichts, zum Baden ist es eh zu kalt und die Luft ist trotzdem gut.

Weihnachtsurlaub an der Nordsee (3)

Soweit ich weiß, ist dies der einzige Strand an der Nordseeküste, an dem zu liegen kein Geld kostet, weder Kurtaxe noch Eintritt. Er ist in Privatbesitz und gehört zum Kurhaus, ein Café/Restaurant mit angeschlossenem Pensionsbetrieb. Der Rhababerkuchen ist berühmt. In der Vergangenheit fanden hier einige Kunstaktionen statt, wozu auch der Phallus (1984) von Eckart Grenzer gehört, der im Sommer zum Gaudium der Einheimischen die Touristen irritiert. Der war 1929 natürlich noch nicht da, also zu der Zeit, als der Maler Franz Radziwill (von Zeitgenossen nach dem 2. WK auch „Naziwill“ genannt), der hier bis zu seinem Tod (1983) lebte, das Bild unten aus ungefähr der selben Perspektive malte.

Weihnachtsurlaub an der Nordsee (2)

Diese Schilder hängen an einer Bude ca. 10 Meter vom Strand entfernt, da ist man voller Vorfreude und reibt sich die kalten Hände, da können die beiden Tage ja nicht mehr schief gehen:

Leise Zweifel befallen einen allerdings, betrachtet man den Verkaufsstand genauer:

Vielleicht ist es doch gesünder, vor dem Spaziergang zu Hause ordentlich zu frühstücken …

Aachener Str. (Innenstadt)

Der Oberbürgermeister, das ist schon so einer. Nett gemeint natürlich von der PR-Abteilung, aber ob die zwangsumgesiedelten Hartz-IV-Empfänger sich darüber freuen, wie das an ihnen eingesparte Geld ausgegeben wird? Aber es ist ja Weihnachten, nur Miesepeter und Spielverderber fragen da nach … fettes Fest, Herr Oberbürgermeister!

Im Übrigen schließe ich mich ihm natürlich an: Allen Menschen (nicht nur dieser Stadt) friedliche freie Tage. 

Aachener Str. (Müngersdorf)

Mehr Winter als hier ist nicht in der Stadt. Prima, daß die Sonnenwende nun stattgefunden hat, die nächsten drei Tage werden wir sie ausgiebig feiern – und optimistisch angesichts der täglichen Verlängerung des Sonnenlichteinfalls der Biergartensaison entgegensehen. Holt schon mal den Grill aus dem Keller.