Dieses Blog fängt an, mich zu langweilen. Was tun? Einstellen, aufhören? Ach nee, dazu macht’s doch zuviel Spaß. Ich verändere einfach ein bißchen: Wenn mir der Sinn danach steht, texte ich zum Bild und fange gestern damit an.
Dieser Wellenreiter auf dem Weg in die Sonne ist ein Reiterstandbild von Louis Tuaillon (1910) und stellt den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. dar. Das Standbild steht auf einem hohen Sockel am Ende der Hohenzollernbrücke – das paßt, Wilhelm II. enstammt schließlich dem Geschlecht der Hohenzollern – und kurz bevor es auf den Heinrich-Böll-Platz geht – das paßt nicht, als Böll aus dem 2. Weltkrieg zurück kam war er Pazifist. Im Gegensatz dazu hat unser Kaiser aufgerüstet, wo es nur ging, am „deutschen Wesen“ sollte schließlich die Welt genesen, und so führte er uns auch konsequent in die Gräuel des 1. Weltkriegs.
Kleine Petitesse am Rande: Wilhelmshaven und Bremerhaven werden im Umterschied zu jedem anderen Hafen deshalb mit „v“ geschrieben, weil der Kaiser es nicht besser wußte, und von seinen Lakaien hatte keiner die Traute, ihn darauf hinzuweisen. So blieb es also bei dieser Schreibweise …